Scheinern war GESTERN

Die folgende Methode erlaubt das schnelle, einfache und sehr genaue Ausnorden einer parallaktischen Fernrohrmontierung

Hierzu wird eine DMK-Kamera (z.B. 21AF04) auf das Fernrohr aufgesetzt. Als Objektiv verwende ich ein 50mm f/1.4 Objektiv. Man kann auch genausogut eine Watec oder eine Mintron benutzen.  Wichtig ist die schnelle Ausgabe der Bilder a la Video auf einem Laptopdisplay oder Fernsehmonitor.

DMK
DMK-Kamera auf stabilem Stativkopf wird auf das Fernrohr huckepack aufgesetzt.




Sterne Guide
Mit diesem Gerät werden bei Belichtungszeiten von 0,8 bzw. 2.4 Sekunden Sterne der 10. bzw. 11. Größe erreicht. Mit einer Sternkarte lässt sich die Position des Pols einwandfrei ermitteln (Kreuz). Der helle Bobbel rechts vom Pol ist natürlich der Polarstern. Hierzu hillft z.B. Guide 8-0. Hier wird der Pol (Äquinoktium 2008.0) als Kreuz angezeigt.

Jetzt muss man nur noch ermitteln, wohin eigentlich die Polachse des Fernrohrs zeigt. Das geht erstaunlich einfach, indem man das Fernrohr um die Polachse während einer der Belichtungen  dreht.

der Drehfastgut
Dann erhält man sowas wie eine Polstrichspuraufnahme. Den Drehpunkt kann man durch Tangentenkonstruktion ermitteln, wie hier gezeigt, oder aber mit großen Zoom die Sternbilder in der Gegend des Drehpunkts inspizieren. Im vorliegenden Fall sind wir noch etwas vom Pol (x) entfernt. Hier stimmt es schon fast. An dieser Stelle war ich für eine Aufstellung meiner Saturnmontierung bereits völlig zufrieden und habe begonnen, Komet Holmes zu fotografieren. Bei der Justierung der GvA-ASW-Alt-7 Monitierung musste natürlich etwas mehr Sorgfalt verwendet werden.

Bisher auf diese Weise justierte Fernrohre

namib meadegvascope



Diese Quelle-Monti, die als einzige Last eine Mintron mit einem kleinen Tele trug, wurde auf einer Namibiareise in dieser Weise innerhalb von 5 Minuten einwandrfrei eingesüdet. Dass es am Südhimmel keinen Polarstern gibt, stört bei der Methode nicht.  Bilder gibt es hier
Diese Saturnmontierung trägt ein 10 Zoll SCT. Sie hat keinen Polsucher, und ich justiere sie vor jeder astrofotografischen Verwendung in dieser Weise ein. Dieses Montierung der GvA-Außensternwarte konnten Konstantin v. Poschinger und ich innerhalb von ca. 40 Minuten so weit justieren, dass ein anschließender Test am Leitstern keine Abweichung in Deklination in 20 Minuten erkennbar war
H.Lüthen